Kommen Haare nach einer Dauerhaften Haarentfernung nie wieder?
Die Begriffe „dauerhafte Haarentfernung“ und „permanente Haarentfernung“ werden oft synonym verwendet, doch sie bedeuten nicht zwangsläufig, dass Sie für den Rest Ihres Lebens kein einziges Haar mehr sehen werden. Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass nach einer Behandlung mit Laser oder IPL (Intense Pulsed Light) eine 100-prozentige, lebenslange Haarfreiheit garantiert ist. Tatsächlich ist die Realität etwas nuancierter, aber die Ergebnisse sind dennoch beeindruckend und langanhaltend. Wir erklären Ihnen, was Sie wirklich erwarten können und warum der Begriff „dauerhaft“ der passendere ist.
Die Definition von „dauerhaft„
Der Begriff „dauerhaft“ bedeutet, dass die behandelten Haarfollikel so geschädigt oder zerstört werden, dass sie für einen sehr langen Zeitraum, oft mehrere Jahre, keine neuen Haare mehr produzieren können. Die Behandlung zielt darauf ab, die Haardichte um etwa 80 bis 95 Prozent zu reduzieren. Nach einer vollständigen Behandlungsserie sind die meisten Haare dauerhaft entfernt. Was jedoch passieren kann, ist, dass einzelne, sehr feine oder helle Haare wieder nachwachsen. Dies liegt daran, dass sich einige Haarfollikel in einer Ruhephase befanden und bei den Behandlungen nicht erfasst werden konnten. Mit der Zeit können sie sich regenerieren und wieder aktiv werden. Auch hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens, zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, können das Wachstum neuer Haare anregen. In solchen Fällen sind gelegentliche Auffrischungsbehandlungen notwendig, um das Ergebnis zu erhalten.
Warum sind mehrere Sitzungen notwendig?
Der Grund, warum eine einmalige Behandlung nicht ausreicht, liegt im Wachstumszyklus des Haares. Jedes Haar durchläuft drei Phasen:
- Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Phase wächst das Haar aktiv. Die Wurzel ist fest mit der Haut verbunden und enthält eine hohe Konzentration an Melanin (Farbstoff). Die Behandlung mit Laser oder IPL ist nur in dieser Phase wirksam, da das Licht vom Melanin absorbiert und zur Wurzel geleitet werden muss.
- Katagenphase (Übergangsphase): In dieser kurzen Phase schrumpft der Haarfollikel und trennt sich von der Haarwurzel.
- Telogenphase (Ruhephase): Das Haar fällt aus und der Follikel ruht. Eine Behandlung ist in dieser Phase nicht möglich, da keine Verbindung zur Wurzel besteht.
Da sich immer nur etwa 10 bis 30 Prozent der Haare in der aktiven Wachstumsphase befinden, sind mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich, um nach und nach alle Haare in ihrer Wachstumsphase zu erfassen. Je nach Körperregion und Haarwuchs sind meist 8 bis 12 Sitzungen für ein optimales Ergebnis notwendig.
Was passiert mit den verbleibenden Haaren?
Selbst wenn nach der Behandlungsserie noch einige Haare nachwachsen sollten, sind diese in der Regel wesentlich feiner, heller und unauffälliger als zuvor. Sie lassen sich leicht durch eine Auffrischungsbehandlung entfernen. Die Notwendigkeit dieser Nachbehandlungen ist jedoch im Vergleich zum täglichen Rasieren oder regelmäßigen Waxing minimal. Die Haarentfernung ist somit keine Garantie für „nie wieder Haare“, sondern vielmehr ein Versprechen für eine signifikante, langanhaltende Reduktion, die Ihnen eine enorme Zeitersparnis und ein dauerhaft glattes Hautgefühl schenkt. Sie müssen sich nicht mehr täglich rasieren und können sich jederzeit unbeschwert fühlen. Das ist der eigentliche, große Vorteil der dauerhaften Haarentfernung.